Mönchengladbach

Von München – Gladbach zu Mönchengladbach


Bis weit ins letzte Jahrhundert hinein hieß die Metropole des linken Niederrheins noch ganz offiziell München – Gladbach, genau wie die Topspiele der Fußballbundesliga in den 1970er Jahren. Erst 1960 hat sich die bis heute gültige Schreibweise Mönchengladbach durchgesetzt. Doch die lange und wechselhafte Geschichte der Stadt ist weitaus älter als die letzte gravierende Änderung des Namens.

Die Stadtrechte wurden zwar erst in den Jahren 1364/1366 erteilt und eine steinerne Stadtmauer errichtet, um Marktplatz und Kirche zu schützen, doch liegen die Ursprünge weit zurück im Jahre 974, als der Bau des Gladbacher Münsters begann und die Abtei gegründet wurde. Doch ob der Einfluss der Mönche nachhaltiger war als der der französischen Revolutionstruppen, die am 4. Oktober 1794 ins Stadtgebiet einmarschierten, ist fraglich.

Obwohl die Mairie Gladbach lediglich von 1798 bis 1814 zum Arrondissement Krefeld im französischen Départtement de la Roer gehörte, scheint sich das frankophile „Savoir vivre“ in Mönchengladbach erhalten zu haben. Denn zum richtigen Leben gehört nun einmal feiern, und das verstehen die Gladbacher in ihren lebendigen Stadtteilen wirklich.

Fast das ganze Jahr über gibt es Großveranstaltungen, bei denen Jung und Alt auf ihre Kosten kommen. Das Kappesfest in Rheindahlen gehört ebenso dazu wie das Fest am See in Wickrath, das Turmfest in Rheydt, die Rheydter Blumenwoche, das Straßenjazz-Festival, das Stadtschützenfest in Korschenbroich, die Jüdischen Kulturtage im Rheinland und der traditionelle Weihnachtsmarkt. Und nicht zuletzt beim Veilchendienstagszug im Karneval zeigt sich, dass der Niederrheiner im Allgemeinen und der Gladbacher im Besonderen „feste“ zu feiern versteht.

Die mit 266.000 Einwohnern größte Ansiedlung am linken Niederrhein stellt eine raffinierte Mischung aus großstädtischer Kultur und ländlichem Charme bereit. Ein bemerkenswertes Kultur- und Freizeitangebot, eine bodenständige Küche mit urigen Gaststätten und Lokalen, das zieht nicht nur die Landbevölkerung der nächsten Umgebung in die Mönchengladbacher City.

Wer gerne shoppen geht, liegt in den zahlreichen Fußgängerzonen, Galerien und Passagen genau richtig. Hier findet sich ein vielfältiges und breites Angebot für jeden Geschmack und Kontostand. Die „Großstadt im Grünen“ trägt ihren Beinamen zu Recht. Der Bunte Garten, ein 15 ha großer Stadtpark in der Innenstadt, wurde 2004 in die „Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas“ aufgenommen, eine Themenroute zu prämierten Villen-, Schloss- und Stadtgärten. Der integrierte Botanische Garten ist außergewöhnlich mit seinem variantenreichen Stein-, Kräuter- und Apothekergarten. Die intakten Sinne blinder Menschen werden im Duft- und Tastgarten besonders wirksam angesprochen. Erholung für Jedermann gibt es aber auch im Abteigarten, Volksgarten, Schlosspark Wickrath, Zoppenbroicher oder Bresgespark, Geropark, Vituspark,Schmölderpark, Rheydter Stadtwald und im Hans-Jonas-Park (ehemals Berggarten).

Und wer genug hat von guter Luft und sattem Grün, der findet eine Palette historischer Bauwerke, die ihre 800 Jahre alte Stadtgeschichte in Steinen und Mörtel widerspiegelt. Das Münster St. Vitus von Anfang des 12. Jahrhunderts, die Rathäuser Abtei (1663-1705) und Rheydt (1894-1896), die Katholische Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt (1469-1533), die Evangelische Pfarrkirche in Odenkirchen (1755-1757) der Dicke Turm von Anfang des 15. Jahrhunderts, das Schloss Rheydt (1534-72) und das Schloss Wickrath (1746-72) sind beredte Beispiele einer großen Vergangenheit. Trotz der Vielfalt an kulturellen Angeboten und Freizeitaktivitäten, gibt es eine konkurrenzlos attraktive Massenveranstaltung für Zigtausende von Menschen, die regelmäßig im Norden der Stadt im Vierzehntage-Rhythmus stattfindet: Die Heimspiele von Borussia im Stadion am Borussia-Park.

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