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BVB feiert Geburtstagsshow in der Westfalenhalle
Draußen vor der Tür zeigte das Thermometer 13 Grad minus, doch in der Westfalenhalle wurde es den Menschen warm ums Herz. 11.000 BVB-Fans feierten eine grandiose Geburtstags-Show zum 100. Ehrentag ihrer Borussia. Es war in der Tat ein Abend der großen Gefühle, den ein großer Verein mit seiner "BVB-Familie" feierte.
Natürlich waren die Gäste nach dem sportlich so erfolgreichen Nachmittag schon in blendender Stimmung in die Halle gekommen, und das sollte mehr als drei Stunden lang so bleiben, nachdem BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball gemeinsam mit Moderator Gerhard Delling die Show mit einer Schiedsrichterpfeife gestartet hatte.
Die erste Gänsehaut und die ersten feuchten Augen gab es beim Auftritt der einstigen Publikumslieblinge Murdo MacLeod (im Schottenrock) und Flemming Povlsen - und dann bei der offiziellen Verabschiedung von Alex Frei durch den Vorsitzenden der BVB-Geschäftsführung Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc. Die 11. 000 umjubelten den Schweizer ebenso wie den Schotten und den Dänen, der seine Erfahrungen aus seiner Zeit beim BVB so zusammenfasste: "Was du hier den Fans gibst, das kriegst du auch zurück." Und: "Mit den drei E wie Energie, Ehrgeiz und Ehrlichkeit kommst du weit beim BVB".
Für Stimmung sorgten die Gruppe Extrabreit, die ihren Erfolgssong umgetextet hatte auf den BVB: "Für dich soll´s gelbe Rosen regnen - und Sasha, der nachmittags noch als Fan im Stadion war, mit "This is my time" und "On the run". Sprüche ohne Ende hatte Atze Schröder parat. Zum Beispiel diesen: "Beim BVB gibt es so viele Helden, da hätte Odysseus nur in der zweiten Mannschaft gespielt."
Natürlich spielte die Geschichte des BVB in dieser Show, von der Agentur Facts & Fiction glänzend inszeniert, eine wichtige Rolle an diesem 100. Geburtstag. Schauspieler Claus-Dieter Clausnitzer führte als Chronist durch die Historie, zu der auch die Wahl zum "Tor des Jahrhunderts" gehörte. Die Internet-User hatten das berühmte Tor von Lars Ricken aus dem Champions-League-Finale von 1997 mit großer Mehrheit gewählt. Ricken, heute Nachwuchskoordinator beim BVB, wurde von Publikum spontan mit dem Lied "Wir sind alle Dortmunder Jungs" gefeiert. Für den Zweitplatzieren Stan Libuda (Tor zum 2:1 im Europapokalfinale 1966 gegen Liverpool) nahm sein damaliger Mannschaftskamerad Siggi Held den "Silberschuh" entgegen. Und Norbert Dickel, der "Held von Berlin" wurde für das Tor zum 3:1 im Pokalfinale 1989 gegen Bremen umjubelt.
Große Erinnerungen weckte der Auftritt der Helden aus den "Goldenen Jahren" 1956 bis 1966, der 89-er Pokalsieger und der Meisterspieler der 90-er Jahre, an der Spitze Trainer Ottmar Hitzfeld. Stürmisch gefeiert wurde dann - nach zehn Spielen ohne Niederlage und zuletzt vier Siegen in Folge - die aktuelle Mannschaft mit Trainer Jürgen Klopp. Sie alle gemeinsam auf der Bühne zu erleben - das ließ die Herzen der Fans höher schlagen. Dazu die BVB-Jahrhundert-Hymne, geschrieben vom Erfolgsproduzenten Dieter Falk und gesungen vom BVB-Jahrhundert-Chor mit 40 Sängerinnen und Sängern, die vor wenigen Wochen aus über 300 Bewerbern gecastet worden waren.
Sympathisch, dass auch die BVB-Mitarbeiter ("Das Team hinter dem Team") zu Wort kamen, wie die Fanbeauftragten Petra Stüker, Jens Volke und Sebastian Walleit, sowie Nicole Heyn, die am Empfang in der BVB-Geschäftsstelle ihren Dienst tut. Platzwart Willi Droste durfte sogar auf dem Rasenmäher in die Westfalenhalle einfahren.
Dass ein Weltstar wie Udo Jürgens dem BVB zum 100. Geburtstag dann noch ein Ständchen mit einem Mix seiner großen Erfolge brachte, passte wunderbar zu diesem emotionalen Abend. "17 Jahr, blondes Haar", "Aber bitte mit Sahne", "Griechischer Wein" und das "Ehrenwerte Haus" animierten zum Mitsingen, vor allem als der große Udo zum Schluss im weißen Bademantel mit BVB-Schal musizierte.
Das Schlussbild dann mit allen Beteiligten noch einmal gemeinsam auf der Bühne und dem Vereinslied "Wir halten fest und treu zusammen". Das ging endgültig ans schwarzgelbe Herz. Wie sagte ein Besucher beim Verlassen der Halle: "Ein großer Abend für einen großen Verein".
Er sprach das aus, was 11.000 dachten und fühlten.
Quelle: Josef Schneck, BVB




