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30.06.09

U21-Europameister im DFR-Interview

Manuel Neuer hat die U21-Europameisterschaft in Schweden genutzt, um sich für die WM 2010 zu empfehlen. Mit spektakulären Paraden war der Torwart vom Bundeslisten Schalke 04 einer der Garanten für den Titelgewinn und ist auf dem Weg, ein perfekter Torwart zu werden. Nach dem siegreichen Finale klagte er aber über zu wenig Arbeit.

Manuel Neuer, der 4:0-Sieg im U21-EM-Finale gegen England war ein deutsches Glanzstück. Wie haben Sie es gesehen?

Manuel Neuer: „Wir haben von der ersten Minute an gezeigt, dass wir die bessere Mannschaft sind. Wir hatten ja schon Spiele, in denen es mal 20 Minuten lief oder über eine Halbzeit. Aber über 90 Minuten mit Nachspielzeit so eine Leistung abzurufen, ist sensationell. Ich hatte im Tor ja gar nichts zu tun.“

War Ihnen langweilig?

Neuer: „Nein, ich hatte tolle Spieler vor mir, die musste ich ja beobachten. Die Mannschaft hat mir in diesem Finale alles abgenommen, das hat mich beeindruckt.“

Gab es ein Erfolgsgeheimnis?

Neuer: „Wir hatten jede Position doppelt gut besetzt. Auch die Spieler, die nicht immer zur ersten Elf gehörten, sind super eingeschlagen. Fabian Johnson durfte erst im Halbfinale ran, Mats Hummels erst im Endspiel. Sie zeigten tolle Leistungen. Keiner von den Jungs auf der Bank war jemals sauer. Dennis Aogo, der im Finale trotz zuvor guter Leistungen zunächst auf der Bank saß, hätte sogar einen Grund gehabt, sauer zu sein. Aber er sagte, dass wir es auch ohne ihn schaffen und wenn er reinkommt, sei er voll da.“

Ihre Juniorenzeit ist mit dem Finale beendet. Wie geht es weiter?

Neuer: „Was die A-Nationalmannschaft angeht, müssen wir abwarten. In Hinblick auf die WM 2010 ist die kommende Bundesliga-Saison wichtig. Ich versuche das Beste zu geben und mich für die Weltmeisterschaft zu empfehlen.“

Sind Ihre Chancen nach dem U21-Titel gestiegen?

Neuer: „ Jedes Spiel, in dem man gute Leistungen abruft, ist wichtig, um am Ende zum Ziel zu gelangen. Bundes-Torwarttrainer Andreas Köpke war ja in Schweden vor Ort, aber die nächste Saison ist lang.“

Welchen Anteil am Titelgewinn hat Trainer Horst Hrubesch?

Neuer: „Hrubesch war nicht nur ein Trainer für uns, er war ein Freund. Das hat er uns von der ersten Minute gesagt und gezeigt. Er hat uns angeschnauzt, aber auch sofort wieder aus dem Dreck gezogen. Vorher war Dieter Eilts unser Trainer, erst im vergangenen November kam Hrubesch. Es war nicht leicht für ihn, sich direkt auf uns einzustellen. Er ist ein Super-Mensch, der nicht nur ein Auge auf die Spieler hat, sondern auch auf das Umfeld. Er hat die entscheidende Rolle bei dieser EM gespielt.

Interview: Roland Leroi

 

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